Was ist mit RIDDIM als Print-Magazin? Siehe: Ease Out – Vom Ende einer Institution
Der Launch von riddim.world ist kein 100-prozentiger Neuanfang. Trotzdem spüren wir dieses aufgeregte Kribbeln, das sich breit macht, wenn etwas Neues entsteht. Von Beginn der Zweitausender an war riddim.de mit seinem Archiv aus Magazininhalten und einem Forum schon einmal für einige Jahre ein wichtiger Knotenpunkt der hiesigen Szene. Wer erinnert sich noch an dancehallmusic.de und dancehallreggae.com aus den USA? Dort wie auf riddim.de fand man gesammelt Informationen, die das Reggae-Herz höher schlagen ließen. Auf einigen wenigen Plattformen tauschte man sich aus und diskutierte den latest Schnack aus Jamaika. Nicht zu vergessen einschlägige Plattenläden wie Downbeat in Berlin, Music Works in Köln oder Selekta Shop in Hamburg, die zu zentralen Szene-Treffpunkten avancierten. Die Community florierte. Sie tanzte gemeinsam an wenigen ausgewählten Orten – on- und offline. Man wusste, wo man fand, was man suchte.
Seither hat sich die Szene atomisiert – und mit ihr ihre medialen Outlets. Heute ist alles derart zersplittert, dass die einen kaum mehr mitbekommen, was die anderen bewegt. Die Technik trennt mehr als sie zusammenführt. Undurchschaubare Algorithmen teilen die Welt in schwer überwindbare Blasen ein. Gepaart mit Informations-Overkill, Effekt- und Aufmerksamkeitshascherei wissen wir oft kaum noch, wohin wir unseren Blick richten, wo wir verharren sollen. Wir sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Diesem Trend wollen wir mit riddim.world entgegenwirken. Statt das Analoge gegen das Digitale auszuspielen, denken wir beides zusammen. Wir nehmen uns das beste aus beiden Welten. Wie gewohnt führen wir euch nah heran an das aktuelle Geschehen im Reggae-Versum. Nur dass wir jetzt wesentlich direkter auf Ereignisse, Veröffentlichungen und Trends reagieren können als mit einem vierteljährlich erscheinenden Printmagazin. Gleichzeitig bekommen wir nicht jedesmal Schnappatmung, wenn in Jamaika ein Sack Ganja umfällt. Riddim.world bleibt so ernsthaft, tiefgründig, der Kultur verpflichtet und dabei so unterhaltsam wie ihr es vom gleichnamigen Magazin kennt. Clickbait, Schnellschüsse und Empörungszirkus sucht man bei uns vergeblich. Nach wie vor machen wir es uns zur Aufgabe, einen Pfad durchs Reggae-Dickicht zu schlagen, Releases vorauszuwählen, Inhalte zu kuratieren und in Töpfchen und Kröpfchen zu sortieren. Das Herzstück der Seite bildet ein Archiv aus 25 Jahren RIDDIM-Geschichte, das ständig um neue alte Texte erweitert und um Audio- und Video-Mitschnitte von Interviews ergänzt wird. Das schließt durchaus auch lange Strecken wie Titelgeschichten, ausführliche Artist-Porträts, Reisereportagen und Kulturgespräche bewusst mit ein.
Weil mit seriösem Journalismus online anders kein Staat zu machen ist, so eine Seite aber auch nicht allein von Luft, Liebe und Leidenschaft existieren kann, wagen wir das Experiment einer Paywall. Damit riddim.world tragfähig wird, brauchen wir mindestens 3.500 Mitglieder, die bereit sind, für die stetige Versorgung mit Reggae, Dancehall, Tunes, Culture einen kleinen Beitrag zu entrichten.
Werde Teil der Community und supporte riddim.world! Sei unter den ersten, die die neuen Features nutzen. Sei von Anfang an dabei, bring dich ein und teil uns mit, was du von riddim.world erwartest! Schau uns beim Wachsen zu und erlebe, wie eine neue Ära der RIDDIM-Geschichte entsteht. Auf die nächsten 25 Jahre – oder so!
Committed & Confident, die Redaktion


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