„Jah Love ist unsere Stärke, gemeinsam sind wir resilient“, singt Chronixx, den ihr im RIDDIM Leserpoll zum Artist des Jahres 2025 gekürt habt. Die beschworene Resilienz wollen wir anzapfen. Denn wo ein Ende ist, ist immer auch ein Anfang. Und dem wohnt bekanntlich ein Zauber inne. Doch eins nach dem anderen.
RIDDIM #123, die Chronixx-Ausgabe 01/26, ist die letzte ihrer Art. Für uns war das damals noch nicht abzusehen. Daher gibt es darin auch nirgends einen Hinweis darauf. Natürlich war uns bewusst, dass dieZeiten für ein Printmagazin nicht besser werden. Dennoch haben wir über das Ende einer Ära sowohl für Reggae als auch für uns persönlich die ein oder andere Träne verdrückt. Beschleunigt durch die weltweite Corona-Krise sind die Preise für Druck, Papier, Vertrieb, CD-Herstellung, Versand sowie Abo-Service stetig gestiegen, während die Verkäufe im Handel zurückgingen. Nicht drastisch, eher peu á peu. Als dann Ende letzten Jahres die aktuellen Zahlen auf dem Tisch lagen, steckten wir unsere Köpfe mit den Gesellschaftern zusammen und mussten schweren Herzens zu der Erkenntnis kommen, dass es nach 25 Jahren Zeit ist umzusteigen – von Papier zu Online.
„The Art Of Acceptance“, aus der Protoje auf seinem neuen, achten Album seine Widerstandskraft bezieht, beschreibt die Fähigkeit, die Realität so anzunehmen, wie sie ist, statt das Unvermeidbare zu bekämpfen. Erst das setzt Kräfte frei, die anderswo gestalterisch ihre Wirkung neu entfalten können.
Schon als wir RIDDIM Anfang 2023 von piranha media übernommen haben, musste die RIDDIM Verlags-GmbH erheblich investieren, um das Magazin fortführen zu können. Nachdem wir schon an allen Ecken und Enden Einsparpotentiale ausgeschöpft hatten, fehlten am Ende genau die Mittel, die es gebraucht hätte, um die Redaktion zu bezahlen. Und die hat im Grunde von Anfang an, aber vor allem in den letzten zehn Jahren so einige Sacrifices auf sich genommen, um den Laden am Laufen zu halten. Ohne die Investoren der GmbH hätte das Magazin schon wesentlich früher den lichter werdenden Zeitungsdschungel verlassen müssen.
Wir wurden nicht nur einmal mit der Vorstellung konfrontiert, die RIDDIM-Redaktion operiere aus einem modernen Bürokomplex aus Glas und Stahl mit Newsroom und Chefetage heraus. Dies könnte kaum weiter von der Realität entfernt sein. RIDDIM ist seit 2016 in den privaten vier Wänden der verantwortlichen Redakteur:innen entstanden. Das war es uns wert. Denn auch wenn wir als RIDDIM-Redakteure alles andere als reich geworden sind, haben wir mit dem Magazin die Zeit unseres Lebens verbracht. Aber letztlich war RIDDIM als Brand immer größer als das Produkt selbst. Darauf bauen wir auf.
Dass es RIDDIM als Printmagazin nahezu ein Vierteljahrhundert gegeben hat, haben wir zu allererst euch, unseren Leser:innen und hier besonders unseren Abonnent:innen zu verdanken. Und wir hoffen, euch auch auf unsere nächste Journey mitnehmen zu können – die Print-Projekte in Zukunft übrigens nicht ausschließt.
Grateful & Faithful, die Redaktion
So geht’s mit RIDDIM weiter: Ease In – Vom Beginn einer neuen Ära


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