Line-Up
Tarrus Riley, Alborosie, Inner Circle, Konshens, Demarco, T.O.K., Queen Omega, Stylo G, General Levy & Joe Ariwa, King Kong, Yeza, Skarra Mucci & Manu Digital, Errol Dunkley, Dactah Chando, Fantan Mojah, Nosliw & Nattyflo, Billy Mystic & Mystic Revealers, Warrior Sound, Samora, Echo Minott, Mal Eleve, Ganjaman, Little Lion Sound & Basta Lion, Seani B, Pow Pow Movement, Conscious Culture, Bazil, Italee, Zoe Mazah, Maahjesty, Ammove, Lisa Dainjah a.m.o.
Datum
23. — 26. Juli 2026
Venue
Klostergarten Bersenbrück, Germany
Info
Tickets
Zwischen dicken Basslines, karibischer Wärme und nächtlichen Dub-Echos gibt es in Europa nur wenige Orte, die sich Jahr für Jahr so selbstverständlich wie ein zweites Zuhause für die Reggae-Community anfühlen wie das Reggae Jam in Bersenbrück. Wenn Ende Juli wieder tausende Menschen aus ganz Deutschland ins niedersächsische Grün pilgern, verwandelt sich der beschauliche Klostergarten vom 23. bis 26. Juli 2026 erneut in einen vibrierenden Mikrokosmos aus One Love, Sound Systems und festivalgewordener Yard-Energie.

Das Reggae Jam ist längst mehr als nur ein Festival. Es ist Institution, Familientreffen und kultureller Ausnahmezustand zugleich. Während andere Festivals hektisch Trends hinterherjagen, bleibt Bersenbrück seiner DNA treu: große Stimmen Jamaikas, ehrliche Sound System-Vibes, offene Menschen und dieses unverwechselbare Gefühl, dass hier tatsächlich noch die Musik im Mittelpunkt steht. Vielleicht ist genau das der Grund, warum das Festival seit Jahren als eines der beliebtesten Reggae-Events Deutschlands gilt – und für viele Fans schlicht der Pflichttermin des Sommers ist.
Auch 2026 liest sich das Line-up wie eine nächtliche Fahrt durch Kingston, London und Europa zugleich. Mit Tarrus Riley kommt einer der elegantesten Stimmen des Modern Roots nach Bersenbrück – samt jener Mischung aus Soul, Consciousness und Lover’s Rock, die seine Shows regelmäßig in kollektive Mitsing-Momente verwandelt. Alborosie bringt seine schwergewichtigen Dub-Produktionen und italienisch-jamaikanische Rebel-Energie auf die Bühne, während Queen Omega mit ihrer spirituellen Wucht und unverkennbaren Stimme erneut beweisen dürfte, warum sie aktuell zu den wichtigsten Frauen im internationalen Reggae zählt.
Dazu gesellen sich Veteranen und Crowd-Magneten wie Inner Circle, die mit ihren zeitlosen Hymnen irgendwo zwischen Dancehall-Nostalgie und Caribbean Party-Explosion pendeln. General Levy wird vermutlich wieder jeden BPM-Regler auf Jungle-Tempo ziehen, während Konshens und Stylo G die Dancehall-Fraktion bedienen dürften – sweaty Session guaranteed. Wer es rougher und Soundboy-lastiger mag, dürfte bei Warrior Sound, Little Lion Sound oder Skarra Mucci & ManuDigital bestens aufgehoben sein.

Genau diese Mischung macht das Reggae Jam seit Jahrzehnten so stark: Roots und Rub-A-Dub stehen selbstverständlich neben modernem Dancehall, UK-Einflüssen und europäischem Reggae. Doch das Festival funktioniert nicht allein über große Namen. Es ist dieses besondere Gelände zwischen alten Klostermauern, Campingplatz-Romantik und nächtlichen Begegnungen am Food-Stand, das den Zauber ausmacht.
Hier wird morgens beim ersten Kaffee bereits über rare 7inches diskutiert, während nachts irgendwo hinter dem Zeltplatz noch ein Selector tief in die Dubbox greift. Familien, Sounds System-Nerds, langjährige Stammgäste und junge Erstbesucher:innen verschmelzen zu einer entspannten Festival-Community, die man in dieser Form nur noch selten findet.
Wer einmal nachts durch Bersenbrück gelaufen ist, während irgendwo in der Ferne ein Echo auf den nächsten Bassdrop wartet und über dem Gelände der Duft von Jerk Chicken und Sommerregen liegt, versteht schnell: Das Reggae Jam ist kein Event, das man einfach besucht. Es ist ein Ort, in den man für ein Wochenende komplett eintaucht. Oder wie man auf Jamaika sagen würde: Pure Vibes an’ Niceness.
Text: Lisa Johnson


















