Line-Up
Beenie Man, Christopher Martin, L’Entourloop, Patoranking, Queen Omega, Anthony B, Ding Dong, Shy FX & MC Race, Tourist LeMC, Danakil, Twinkle Brothers, Skatalites, Dr. Alimantado, Hollie Cooke, Warrior Sound, Noah Powa, Gentlemen’s Dub Club, Abakush, Joe Yorke, King Earthquake, Echo Minott & Dub Shepherd, Irie Ites & Ranking Joe, Toledo, Word Sound Power, Luv Injection & Cheshire Cat, Prince Fatty & Horseman, Gussie P
Datum
30. Juli — 01. August 2026
Venue
Zandstraat, Geel, Belgien
Info
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Als 1978 im belgischen Geel das erste Reggae Bash, eine von Freunden veranstaltete Party, über die – damals noch sehr kleine – Bühne ging, wusste noch niemand so recht etwas damit anzufangen. Mittlerweile gehört das dienstälteste Reggae-Festival Europas dank seines vielfältigen Angebots zu den Sommer-Highlights, die man nicht verpassen will.

Wo sich vor über 80 Jahren Briten und Deutsche schwerste Gefechte lieferten, darf man sich heute auf eines der exklusivsten Reggae-Line-Ups des Sommers freuen, zu dem sich Fans aus ganz Europa in den Armen liegen. Die Belgier haben immer schon großen Wert darauf gelegt, dass an der Zandstraat neben den üblichen Verdächtigen, die während der Festival-Saison von Nord bis Süd und wieder zurück über den Kontinent tingeln, auch Acts auf der Bühne stehen, die sonst nirgendwo aufschlagen.
Wer in diesem Jahr die große exklusive Überraschung vom Schlage eines YG Marleys, einer Dezarie oder eines Burning Spears sein wird, steht zur Zeit noch nicht fest. Doch auch das bisherige Line-Up hält viele Highlights bereit und deckt das gesamte Spektrum jamaikanischer Offbeat-Musik ab.
Der ursprünglich angekündigte, legendäre, aber deutlich in die Jahr gekommene und nicht immer zuverlässige Supercat wird durch den ähnlich legendären und wesentlich agileren Beenie Man ersetzt. Der auf Humor und Lover’s Vibes abonnierte Christopher Martin beleuchtet eine andere Seite von Dancehall, genauso wie der bisher selten in Europa gesehene Dancer-turned-Artist Ding Dong.
Für militante Roots-Klänge sorgt Queen Omega, das Energiebündel aus Trinidad. Wer seinen Roots Reggae lieber im Gewand der goldenen 70er hört, darf sich auf die Twinkle Brothers freuen. Doch das Reggae Geel lockt nicht nur mit den offensichtlichen Hits. Ein echter Geheimtipp ist zum Beispiel Joe Yorke aus Manchester, eine der schönsten, aber noch viel zu selten gehörten Stimmen im Reggae. Weitere selten gesehene Highlights sind Veteran Dr. Alimentado, dessen Toasting-Style die Roots- und Dub-Sounds der 70er Jahre gehörig mitgeprägt hat, oder die all-female group Abakush, die mit Unterbrechungen seit den frühen 80er Jahren von Brixton aus Spiritualität mit Militanz in Einklang bringt und Reggae mit Jazz, Gospel und Soca versöhnt.

Eine feste Institution in Geel ist der Dub Forest, in dem über den gesamten Festivaltag hinweg internationale Sound System-Größen von King Earthquake bis Irie Ites mit namhaften Artists im Gepäck die Kontrolle übernehmen. Die Auswahl reicht von Oldschool UK Dub über deepen Roots bis zu kontemporären Steppers und lässt keine Wünsche offen. Einen wertvollen Einstieg für Novizen bietet Lion I mit einem Workshop, bei dem man lernt, wie man stilvoll zu Steppers steppt.
Den Weg zur Bounce Dancehall sollte man unbedingt finden, bevor am Freitag der charmante wie von Clashheads gefürchtete Warrior Sound die Decks übernimmt oder am Samstag der New Yorker High Energy-Selector Noah Powa keinen Stein auf dem anderen lässt.
Dazu gibt es mobile Sound Systems, die überall auf dem Gelände zum Tanz aufspielen, Yoga-Workshops im Yagga Yagga-Areal, Hängematten mit Blick auf das Gelände, ein Kids Village mit Spielplatz und Facepainting sowie eine Eröffnungsparty am Donnerstag auf dem Campingplatz. Dazu Maßnahmen zum Schutz vor Übergriffen und ein Konzept zur Müllvermeidung.
Das alles im State of the Art produziert mit exzellentem Sound, stimmungsvollem Lichtdesign und so platziert, dass sich die unterschiedlichen Geschmäcker auf dem weitläufigen Gelände verteilen und sich niemand in die akustische Quere kommt.
Text: Gian-Luca Krämer







