Line-Up
Barrington Levy, Biga*Ranx, Bonez MC, Burning Spear, Charly Black, Christopher Martin, Culture feat. Kenyatta Hill, Dexta Daps, DJ Puffy, Dub Inc., Fayah, Gentleman, Greeen, Julian Marley, Junior Kelly, Kybba, Ky-Mani Marley, Leftside, Lila Iké, Luciano, Masicka, Nosliw & Nattyflo, Original Koffee, Patoranking, Protoje, Queen Omega, Richie Campbell, Samora, Spice, The Congos, The Oddroots, Treesha, Valiant a.m.o.
Vibez Village
Opening-Party, Yoga, Bingo, Dance Workshops, Grüngürtelrosen, Karaoke
Datum
03.–05. Juli 2026
Venue
Fühlinger See, Köln, Deutschland
Info
Tickets
A DANCEHALL BIG BANG
Festhalten, anschnallen! Wer diese Namen liest, weiß was die Dancehall-Uhr geschlagen hat. Up To Di Time – in diesem Jahr ohne Vybz Kartel. Dafür mit seinem „Widersacher“, der ihm den Thron streitig macht. Aber wie es in der Outside Life-Kolumne ”It’s All Kartel” von Paul Reitz heißt, geht es gar nicht mehr um die Krone. Kartels Stellung ist eh unumstritten. So auch die von Masicka, der gerade den Dancehall Mount Everest erklimmt, eine Granate nach der anderen droppt und mit einem weiteren Album in den Startlöchern steht. Ich sag nur „Slip & Slide“.

Darauf ein kräftiges „Woii“! Denn – ta-daaa! – Mr. „Kotch Eh Hat“ aka Narcissist aka Mr. Versatile aka Valiant ist ebenfalls im Line-Up vertreten. Da kann einem schon mal schwindelig werden. Doch wie werden erst die Ladys reagieren, wenn Dancehalls biggest Sex Symbol über die Bühne gleitet? Mit Schweißausbrüchen und Kreischen? Oder mit „No Underwear“ oder „Vent“? Yep! Der Dappa Don bringt nicht nur den „Shabba Madda Pot“ zum Brodeln. Der Seaview Gardens-Native Dexta Daps ist wie seine früheren Nachbarn Shabba, Bounty und Ele tief verwurzelt in der Dancehall-Kultur, hat sich aber als Singer vor allem auf die Ladys versteift. No pun intended! Drei Dancehall Top-Striker der New School auf einem Festival!
Doch zurück zur Thronfolge. Die regierende Queen of Dancehall, Spice, hüllt sich gerne royal in Blau, macht aber auf der Bühne keine Gefangenen. Sie lehrt Männern das Fürchten und wickelt sie gleichzeitig um den Finger. Ever „Clean & Fresh“ und ready to „Go Dung Deh“. Mr. Party Animal aka Charly Black und Leftside kommen da eher solid und bodenständig daher. Sie repräsentieren Dancehall ohne viel Tam Tam und liefern ab. Für die Choreo zur Sause, die die drei genannten plus Valiant einschließt, sorgt die Party-Maschine Jugglerz.
Auch Dancehall-Urgestein Barrington Levy setzt statt Trara auf sein Trademark-Trällern: „Woah-oh-oh“, „Shiddidly-waddidly-diddley“! Und Bonez MC ist allein auf weiter Flur, wenn es um die Präsentation von deutschem Dancehall geht.
What?! Nur Dancehall beim SJ?! Nope! Mokieren & Meckern mag zum Mantra erhoben werden. Zu viel Reggae, zu wenig Dancehall… HipHop auf einem Reggae-Festival?! Oder gar… Come on! Das SJ-Programm ist in diesem Jahr extrem ausgewogen und vielseitig.

Wenn der dank Yoga nach wie vor agile Mr. Winston Rodney aka Burning Spear die rote SJ-Bühne einnimmt, zieht er alle Aufmerksamkeit auf sich – ganz subtil. Sein Sound bildet die Essenz von Roots Reggae. Er setzt heilende Kräfte frei, für seine an Demenz erkrankte Frau wie für uns alle.
Für Roots Reggae stehen auch Veteranen wie The Congos und Culture feat. Kenyatta Hill. Mit Julian und Ky-Mani sind zudem zwei Marleys vertreten. Doch das Reggae-Spektrum ist weit und reicht vom samstags Headliner Gentleman, dem Salto schlagenden Luciano, dem Modern Roots-Vertreter Junior Kelly, dem Lover’s‑Troubador Christopher Martin, der stimmgewaltigen Queen Omega bis hin zur Now-Generation mit Original Koffee, Lila Iké und Protoje. Yep, King Digg klingt ever fresh. Und mit dem Auftritt von Nattyflo und Nosliw gibt es sogar noch ein Deutsch-Reggae-Revival.
2025 war die Feel Good Stage eine der Side-Attractions. Folglich bietet das SJ auch in diesem Jahr etlichen Sounds eine Bühne. Darunter Leftside, DJ Puffy, Kybba, Warrior Sound, Jugglerz, die Lokalmatadoren DJ Densen, Junior Lion, DJ Adirock und Bun Babylon oder die umtriebige Nay Honey. Die Liste ist lang! Party-Vibes von Mittag bis Mitternacht!
Und anschließend nehmen euch die Heavyweights Pow Pow Movement und Heavy Hammer aus Italien bzw. Warrior Sound und Team Damp aus Belgien in der Dancehall Area in den Schwitzkasten.
Da bleiben eigentlich keine Wünsche mehr offen. Höchstens der nach einem chilligen Reggae-Spot?
Text: Ellen Köhlings















































